Die ersten drei Spieltage der noch jungen Saison 2014/15 sind absolviert und es ist einiges passiert.

Am 1. Spieltag waren wir beim TuS Tengern II zu Gast – einem der absoluten Topfavoriten dieser Saison. Leider mussten wir den kurzfristigen Ausfall von Ali Ali Oglou verkraften. Dabei hätte uns seine Ruhe im Spiel an diesem Tage sehr gut getan. Die ersten Minuten agierten wir sehr nervös und brachten kaum einen Ball zum Mitspieler. Tengern war direkt hellwach und erspielte sich die ein oder andere gute Torchance. Gerade als wir endlich in die Partie hineinkamen, ging der TuS durch eine direkt verwandelte Ecke in Führung. Sehr sehr unglücklich aber eben auch nicht unverdient. Einige Minuten später verletzte sich mit Thorsten Ludwig ausgerechnet unser Ali-Ersatz bei einer Rettungstat als er den Ball in letzter Milisekunde von der Linie kratzte. Mit dem Rückstand ging es dann in die Halbzeit. Dort beschlossen wir nun weniger Abwartend zu agieren und mehr für das Spiel zutun. Dies gelang uns von nun an auch deutlich besser, ohne uns jedoch größere Torchancen zu erspielen. Eine Viertelstunde vor Ende der Partie erhöhte Tengern nach einem Konter zum 2:0. Dabei blieb es. Die Niederlage im Gemeindederby war an diesem Tage leider mehr als verdient. Unglücklich abgerundet wurde dieser Tag dann noch durch die Verletzung von Assad, dem Ersatz vom Ersatz in der Innenverteidigung. Symptomatisch.

Eine Woche später stand unser Heimspielauftakt gegen den FC Lübbecke auf dem Programm. Gegen den Vorjahresvierten waren wir auch in diesem Spiel eher Außenseiter. Durch den Ausfall von Andi Derksen war die Ausgangssituation an diesem Tage auch alles andere als Optimal. Doch auch der FC Lübbecke war personell nicht optimal aufgestellt. So spielte mit Daniel Dischinger ein Stürmer der 2. Mannschaft vorne drin. Ein ziemliches Schwergewicht, der doch eigentlich nicht so schwer zu verteidigen sein sollte…so dachte man. Doch weit gefehlt. Unsere Verteidigung kam körperlich kaum gegen ihn an und so war er es ausgerechnet, der Lübbecke 2x in Führung brachte. Glücklicherweise gelang es uns durch Tobias Gerullis und Michele Braunsberger beide mal relativ schnell auszugleichen. Die zweite Hälfte verlief im Grunde ziemlich unspektakulär. Relativ wenig Torchancen und keine Mannschaft konnte sich einen nennenswerten optischen Vorteil erspielen. So fiel die Führung für den FCL extrem unglücklich. Ein lockerer Rückpass von Ozan Tekin sprang unserem Torwart Delil über den Fuß und wir lagen wieder zurück. In der Folge probierten wir noch einmal einiges aber so richtig erholten wir uns von diesem Schock nicht mehr. Mit dem 2:4 fiel dann kurz vor Schluss ein weiterer unglücklicher Gegentreffer nach einer hohen Flanke in den Strafraum. Hat man Scheisse am Fuss…hat man Scheisse am Fuss. Wir hatten an diesem Tag mindestens einen Punkt mehr als nur verdient aber Lübbecke hat bei der Stürmerauswahl einfach Goldrichtig gelegen und dann bei diesem Rückpass einfach das Glück gehabt, was ihnen in der Vorwoche gegen Gehlenbeck laut Spielbericht etwas gefehlt hat. Kann man nix machen….

Spieltag Nr. 3 dann unter der Woche in Ströhen. Sicherlich nicht gerade eine Wunschkonstellation bei der langen Anfahrt. Außerdem hatten wir das hitzige Publikum schon in der Vorsaison kennengelernt. Die schlechten Vorerfahrungen sollten sich jedoch auch an diesem Abend bestätigen. Von der ersten Minute an, war es ein extrem intensives Spiel. Wenig Mittelfeldgeplänkel…dafür ein ständiges Hin-und Her. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass es zur Halbzeit 3:2 stand und damit schon 5 Tore gefallen waren. Dabei wechselte die Führung sogar 3x. Ein Spektakel für das Publikum aber extrem schwaches Defensivverhalten auf beiden Seiten. Gut wäre an diesem Tage jedoch ein Linienrichtergespann gewesen, da insgesamt 2 klare Abseitstore geschossen wurden (davon eins für uns). Nach dem Pausentee ging es dann direkt weiter. Ströhen erhöhte auf  4:2, später auf 5:3 und viele dachten das Spiel sei nun endgültig entschieden. Doch wieder kamen wir durch eine gute Moral zurück und glichen zum 5:5 aus. Nun wurde das Spiel noch härter und ruppiger, gepfiffen wurde jedoch fast nur auf unserer Seite. So kochten die Emotionen hoch und unser Außenverteidiger Michael Ketler ließ sich zu einem Schupser gegen seinen Gegenspieler hinreißen, der völlig zu recht mit Rot bestraft wurde. Trotzdem hätten wir auch in Unterzahl in Führung gehen können oder müssen. So wurde unser Stürmer Tobias Gerullis nachdem er den gegnerischen Torwart umspielt hatte, von hinten umgerissen. Der Schiedsrichter entschied auf Stürmerfoul. Die dazu passende Regel ist mir bisher nicht bekannt und ich konnte sie auch in keinem Lehrbuch finden. Einige Minuten später wird Oz Tekin an der Seitenlinie gefoult und verletzt. Wieder einmal wird auf weiterspielen entschieden und Trainergespann + Publikum fordern den eigenen Spieler auf, weiterzuspielen und den Ball nicht ins Aus zu spielen. Fast wäre in dieser Situation der Führungstreffer für Ströhen gefallen. Die aus meiner Sicht unsportlichste Situation, die ich in 8 Jahren als Trainer erlebt hatte. Uns dann im Nachhinein in der Presse schlechtes Benehmen vorzuwerfen, ist eine bodenlose Frechheit. Natürlich haben wir uns in diesem Spiel verhaltenstechnisch nicht mit Ruhm bekleckert aber wenn man 3 Abseitstore (den letzten dann zum spielentscheidenden 6:5 für Ströhen) kassiert, einen 100%igen Elfmeter nicht bekommt, die zuvor beschriebene Unsportlichkeit hinnehmen muss und einem weiteren Spieler ungeahndet in der Nachspielzeit bei einem Zweikampf ein Zahn ausgeschlagen wird (+ Gehirnerschütterung) dann fällt es einem schon sehr sehr schwer ruhig zu bleiben. Der Schiedsrichter hatte einen schwachen Tag, das muss man akzeptieren und kann man nicht ändern. "Unter aller Sau benommen" hat sich allein der SSV Pr. Ströhen nach dem Foul an Oz Tekin.  Ein ganz ganz schlimmer Abend! Einziger Lichtblick: Das starke Comeback von Ewald Helpling im Tor.

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